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Dass sich das Kaliningrader Gebiet, als Bestandteil der Russischen Föderation, wirtschaftlich und damit sozial besser als bisher entwickelt, liegt im gesamteuropäischen Interesse. Der Russische Präsident bezeichnete das Kaliningrader Gebiet als Pilotregion im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und den EU-Staaten. Das neue Gesetz «Über die Sonderwirtschaftszone im Kaliningrader Gebiet», die kurze Entfernung zu Deutschland, die Erwartungen seitens russischer Regierungskreise sowie regionaler Geschäftsleute und Politiker geben der deutschen Wirtschaft positive Fingerzeige.
Die Region besitzt interessante Ressourcen. 95 Prozent der weltweit industriell geförderten Bernsteinvorkommen sind hier zu finden, es gibt Offshore-Ölvorkommen, weiter Torf, Mineralwasser, Steinsalz und Holz. In der Produktion sind Fischfang und -verarbeitung, Schiffbau und -reparatur zu erwähnen wie auch Elektronik, Elektrotechnik, das Bauwesen, Landwirtschaft, die Lebensmittelproduktion und Lohnveredelung. Gut qualifiziertes und diszipliniertes Personal steht zur Verfügung. Kaliningrad besitzt eine Staatliche Universität, eine Technische Universität und die Baltische Staatliche Akademie für Fischindustrie. Direkte Investitionen sind im Kaliningrader Gebiet in fast allen Branchen möglich.
Im Kaliningrader Gebiet herrschen politisch stabile Verhältnisse, die mittel- und langfristige Strategien zulassen. Hier liegt der zweitgrößte Ostsee-Hafen Russlands. Er ist eisfrei und bildet ein wichtiges Tor zum europäischen Teil Russlands, einschließlich Moskau, und nach Weißrussland. Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten, insbesondere zu dem wichtigsten Transitland, Litauen, sind gut. Die Lohnkosten sind niedriger als in Polen und den baltischen Staaten. Löhne und Gehälter für einfache Tätigkeiten liegen bei etwa 6000 Rubel (ca. 180 Euro), für qualifizierte Tätigkeiten bis etwa 12 000 Rubel (ca. 360 Euro).
Die Tendenz, mit Russland nicht nur Handel zu treiben, sondern in Russland zu produzieren, um Importquoten, Verbrauchssteuer und protektionistische Maßnahmen der russischen Regierung zu umgehen, eröffnet dem Kaliningrader Gebiet wegen seines Status als Sonderwirtschaftszone besondere Chancen. Die besten Voraussetzungen liegen kurzfristig in den Bereichen Assembling und Lohnveredelung.
All das sind gute Gründe, warum deutsche und andere ausländische Unternehmen im Kaliningrader Gebiet investieren bzw. prüfen, hier Fuß zu fassen. Ein Unternehmen, das sich zu Investitionen im Kaliningrader Gebiet entschließt, sollte sich gut auf die Besonderheiten des russischen Marktes, die auch in diesem Gebiet gelten, vorbereiten. Als Hilfe kann die Broschüre «Investieren in Russland», herausgegeben von der Handelskammer Hamburg (Abteilung Außenwirtschaft) empfohlen werden, die einen gesonderten Abschnitt über das Kaliningrader Gebiet enthält. In der Handelskammer Hamburg ist darüber hinaus eine Gesetzsammlung zur Sonderwirtschaftszone im Kaliningrader Gebiet erhältlich. Darüber hinaus werden Beratung und weitere juristische Hilfestellungen (Suche nach Geschäftspartnern, Unternehmensregistrierung, Firmen, Vertragsabschlüsse) angeboten.
Neben den üblichen Vorbereitungen auf ein Engagement in einem ausländischen Markt sind besonders zu beachten:
- Vorsichtige Auswahl der Kaliningrader Partner
- Juristische Absicherung auf der Grundlage der Gesetze der Russischen Föderation
- Vorsichtige Auswahl der Bankverbindung
- Auswahl risikoarmer Zahlungs- und Lieferbedingungen
- Kontrolle der Finanzmittel
- Frühzeitige Vereinbarung mit den Behörden des Gebiets, der Steuerinspektion und der Handels- und Industriekammer Kaliningrads (insbesondere wegen des Ursprungszeugnisses)
Siehe auch
Kaliningrader Büro deutscher Unternehmer (KBDU).
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