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Trotz umfangreicher Aktivitäten seitens des Gesetzgebers konnte sich die Sonderwirtschaftszone Kaliningrad bisher nicht zu einem «Hongkong an der Ostsee» entwickeln. Im Jahre 2005 erreichten die ausländischen Investitionen einen Umfang von 75,3 Mio. USD. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 21,7%. Per 31.12.2005 betrugen die kumulierten ausländischen Investitionen für den Zeitraum von 1991 2005 163,5 Mio. USD (jährlicher Anstieg in dieser Zeit 6,9%). Darin enthalten waren Direktinvestitionen in Höhe von 86,8 Mio. USD. Der Außenhandelsumsatz der Region stieg auf 5,68 Mrd. USD und damit im Vergleich zum Jahre 2004 um 32,9%. Der Außenhandel mit Deutschland erhöhte sich um 40,8% und machte 1,2 Mrd. USD aus.
Offiziell sind im Kaliningrader Gebiet 2387 Unternehmen mit ausländischem Kapital registriert, darunter 380 mit Beteiligung deutschen Kapitals. Laut Informationen der Vertretung der Handelskammer Hamburg existieren jedoch lediglich ca. 150 deutsche Unternehmen, von denen nur etwa 75 bis 90 eine erwähnenswerte Aktivität auf dem Markt aufweisen. Daher kann vermutet werden, dass die offizielle Zahl der Unternehmen mit ausländischem Kapital ebenfalls bei weitem geringer ist. Der Anteil der russischen Investitionen und der Investitionen aus den Offshore-Zonen steigt. Jedoch hatten sie keinen entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Der neue Gouverneur des Kaliningrader Gebietes setzt große Hoffnungen in das neue Gesetz «Über die Sonderwirtschaftszone im Kaliningrader Gebiet», in dem die Untergrenze für Investitionen auf 150 Mio. Rubel festlegt wurde. Ab dieser Investitionssumme werden Steuervergünstigungen gewährt. Unter Experten rief die letzte Änderung zum Gesetz über die Sonderwirtschaftszone im Kaliningrader Gebiet jedoch uneinheitliche Reaktionen hervor. Es kann davon ausgegangen werden, dass potenzielle Investoren Zeit und Erfahrungen aus der Praxis brauchen, um sich auf die veränderte gesetzliche Lage einzustellen. Trotz der positiven gesetzlichen Voraussetzungen und dem Sonderstatus konnte sich das Kaliningrader Gebiet gegenüber den anderen Regionen der Russischen Föderation hinsichtlich der Attraktivität für ausländische Investitionen nicht durchsetzen. Dennoch belegt das Kaliningrader Gebiet aufgrund von potenziell günstigen Bedingungen eine führende Position bei entsprechenden Ratings in der Russischen Föderation. Während eines Auftritts in Berlin sprach der Gouverneur G. Boos zwar nicht mehr vom «Hongkong an der Ostsee», bemerkte jedoch, dass sich in naher Zukunft das Kaliningrader Gebiet zu einer «Oase in Europa» entwickeln würde. Erst mit der Zeit wird sich herausstellen, wie effektiv das neue Gesetz «Über die Sonderwirtschaftszone im Kaliningrader Gebiet» sein wird.
Bis dahin werden große Unternehmen und Mittelständler mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die den Markteintritt in Kaliningrad erschweren:
- Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Russischen Föderation, auch durch Widersprüche in der Gesetzgebung und Steuerpolitik
- Infrastrukturelle Probleme
- Starke Einmischung seitens der Administration in die unternehmerische Tätigkeit anstatt Schaffung besserer Wirtschaftsbedingungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten sowie zunehmend protektionistische Maßnahmen
- Nicht ausreichende Transparenz der Verwaltung und hohe Bürokratie
- Widersprüche zwischen föderalen und regionalen Gesetzen und Verordnungen, so z.B. bei der Berechnung der Mehrwertsteuer und in der praktischen Arbeit föderaler und regionaler Staatsorgane
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